Blick auf die nächste Generation: die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen Studierenden der Zahnmedizin, Dentalherstellern und Zahnarztpraxen

Im Gespräch mit  Manuel Lutz

 

  • Der Wert der praktischen Erfahrung während des Zahnmedizinstudiums

  • Der Wert, den Zahnmedizinstudent:innen für Zahnarztpraxen haben

  • Der Wert, den Dentalhersteller aus der Zusammenarbeit mit Student:innen ziehen

  • Hinweise zur Optimierung des Zahnmedizinstudiums an Universitäten  

          

Manuel Lutz

Student der Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien 

Student at Medizinische Universität Wien Spitalgasse 23, 1090 Wien, Österreich

Im Gespräch mit Manuel Lutz

 
 

Die Studierenden an zahnmedizinischen Fakultäten und medizinischen Universitäten bilden die Zukunft der Zahnmedizin. Es ist wichtig, die Perspektiven von Zahnmedizinstudent:innen zu verstehen, um sicherzustellen, dass sich das weite Feld der Zahnmedizin weiterentwickelt. Wie können Zahnkliniken von Zahnmedizinstudent:innen profitieren? Erhalten Zahnmedizinstudent:innen eine ausreichende Ausbildung in den wirtschaftlichen Aspekten der Zahnmedizin und des Praxismanagements? Kann der Umfang des zahnmedizinischen Studiums an den Universitäten mit den tatsächlichen technologischen Fortschritten in der Zahnmedizin Schritt halten?

Manuel Lutz, Student der Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien, beantwortet diese Fragen und gibt einen Einblick in das Zahnmedizinstudium aus Sicht eines Studenten. Er kann zwar nicht für die gesamte Studentenschaft sprechen, aber er bietet einige interessante Einblicke in den aktuellen Stand des Zahnmedizinstudiums an Universitäten. Unser Team von Zircon Medical hat Herrn Lutz kürzlich in unserer Podcast-Reihe zu Gast gehabt, um mit ihm über die Vorteile praktischer Erfahrungen im Zahnmedizinstudium, die Verbindung von Praxis und Theorie und vieles mehr zu sprechen.

Wir stellen Ihnen Herrn Lutz Lutz vor, einen Studenten der Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien. 

Manuel Lutz ist derzeit stellvertretender Vorsitzender der Studienvertretung Zahnmedizin und damit der Vertreter der Zahnmedizinstudent:innen an der Medizinischen Universität Wien. Neben seinem Zahnmedizinstudium arbeitet er als Zahnarzthelfer, wo er sich auf die Assistenz der Patienten, die Vorbereitung und die Nachsorge konzentriert. 

Herr Lutz sagt, dass sein Wunsch, Zahnarzt zu werden, schon in jungen Jahren feststand, weil er neben einem Zahnarzt wohnte. Er liebte seine zahnärztlichen Erfahrungen, und die Persönlichkeit des Zahnarztes zog ihn an, so dass er eine gesunde Neugierde für die Zahnmedizin entwickelte. Kurzzeitig hatte er überlegt, in die Humanmedizin zu gehen, und er machte auch einen kleinen Umweg über die Wirtschaftswissenschaften, aber schließlich landete er bei der Zahnmedizin. 

Herr Lutz sagt, er habe das Studium der Wirtschaftswissenschaften nicht mit der Absicht begonnen, es mit der Zahnmedizin zu verbinden, aber er glaubt, dass beide Bereiche Synergien bieten. Er möchte sich irgendwann selbständig machen, aber er weiß auch um den Wert der Praxiserfahrung. Deshalb konzentriert er sich derzeit auf den Abschluss seines Studiums der Zahnmedizin. Danach möchte er mit Kollegen zusammenarbeiten und von erfahrenen Zahnärztinnen und Zahnärzten lernen. 

Der Wert der praktischen Erfahrung während des Zahnmedizinstudiums

Herr Lutz sagt, dass Zahnmedizinstudent:innen, die aus zahnmedizinischen Familien stammen, einen inhärenten Vorteil haben. Für Personen, deren Familien bereits im zahnärztlichen Feld tätig sind, ist es meistens einfacher, an Wissen zu gelangen, wie man eine Praxis gründet, auf was man achten muss, welche Anträge man benötigt, wo Fallstricke lauern etc. Zusätzlich ist bietet sich den Nachkommen von Zahnärzt:innen oft die Möglichkeit, in der Praxis der Familie tätig zu sein.  Für Personen die diese Möglichkeit nicht haben ist die Beschaffung von Informationen diesbezüglich einfach schwerer. Zudem müssen diese Personen auch alle Fragen klären wie sie überhaupt eine Praxis eröffnen können.

"Ich sehe immer wieder", sagt Herr Lutz, "dass Kommilitonen von der Schule kommen und direkt an die Universität gehen, ohne vorher einen Ferienjob oder so gemacht zu haben. Ich denke, es ist sehr wichtig, mit der realen Wirtschaft in Kontakt zu kommen, was einem hier sechs Jahre lang absolut erspart bleibt. "Er ist der Meinung, dass Zahnmedizinstudent:innen idealerweise ein Zahnmedizinstudium absolvieren sollten, nachdem sie einige praktische Erfahrungen in der realen Welt gesammelt haben.

Wenn Herr Lutz von "praktischer Erfahrung" spricht, bezieht er sich jedoch nicht nur auf die technischen Aspekte der Zahnmedizin. Er sagt, dass sie während ihres Studiums viel klinische Erfahrung sammeln, weil sie an Dummys, Lehreinheiten und später an Patienten arbeiten. Seiner Meinung nach kommt die klinische Erfahrung während des Zahnmedizinstudiums nicht grundlegend zu kurz, aber er ist der Meinung, dass es mehr Zugang zum privaten Sektor geben sollte.

"Alles ist für uns erledigt", sagt Herr Lutz. "Ich öffne die Schublade, und alles, was ich brauche, ist vorhanden. Wenn ich einen Abdruck machen will, muss ich einfach nur in den Raum XY gehen und das Material holen, ohne Fragen zu stellen. Aber wie kommt es eigentlich dorthin? Wie werden die Komponenten ausgewählt? Das sind die Fragen, über die man später stolpert. ”

Herr Lutz unterscheidet klar und deutlich zwischen klinischer Erfahrung und praktischer, realer Erfahrung. Er ist der Meinung, dass alle Zahnmedizinstudent:innen mehr Erfahrung mit Projektmanagement und den wirtschaftlichen Zusammenhängen in der Zahnmedizin brauchen. Diese Form der Ausbildung fehlt, und dies könnte für mache ein Fallstrick sein, wenn sie versuchen, eine eigene Zahnarztpraxis zu eröffnen.

Der Wert, den Zahnmedizinstudent:innen für Zahnarztpraxen haben 

In Wien arbeiten einige Zahnmedizinstudent:innen während dem Studium in Zahnarztpraxen. Auf die Frage, welchen Wert Zahnmedizinstudent:innen für Zahnarztpraxen und -kliniken haben, überlegte Herr Lutz, bevor er antwortete, dass sie neue Ideen an die Oberfläche bringen. Universitäten werden oft für veraltete Lehrmethoden kritisiert, wenn es um Technologien geht, aber sie konzentrieren sich auch auf die neueste Forschung, und die Student:innen werden aktiv ermutigt, neue Lösungen und Ideen zu entwickeln. Diese Perspektive kann für Zahnkliniken sehr wertvoll sein.

Der Wert, den Dentalhersteller aus der Zusammenarbeit mit Student:innen ziehen

Nicht nur Zahnkliniken und -praxen bauen eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung zu Zahnmedizinstudent:innen auf, sondern auch Dentalhersteller. Durch die Zusammenarbeit mit Student:innen können Dentalhersteller, wie Zircon Medical, ihre Produkte einer neuen Generation potenzieller Zahnärzt:innen vorstellen. Wenn die Student:innen das Produkt und das Unternehmen während ihrer Studienzeit kennenlernen, ist es wahrscheinlicher, dass sie zu dem Produkt zurückkehren, wenn sie Zahnärzt:innen mit relativer Autonomie werden.

Herr Lutz führt ein Beispiel an, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. "Wir hatten eine Kooperation an der Universität, bei der Implantathersteller ihre Produkte in einem Workshop vorgestellt haben. Sie gaben uns ein wenig Input über das Produkt und ließen es uns ausprobieren. Wir durften die Implantate selbst einsetzen. Wenn man später überlegt, ein Implantatsystem für die Praxis anzuschaffen, wird man eher den bereits bekannten Hersteller in seine Entscheidung mit einbeziehen. ”

In seiner Rolle als Student:innenvertreter sagt Herr Lutz, dass sie sich bereits darauf konzentrieren, einen wissenschaftlichen Schwerpunkt zu setzen. Während solcher Kooperationen und Workshops mit Herstellern konzentrieren sie sich auf den wissenschaftlichen Aspekt des Produkts, warum es geeignet ist, die Ergebnisse der Studien und mehr. Da sie das Produkt genau kennen, ist es wahrscheinlicher, dass sie es in ein paar Jahren in ihren privaten Zahnkliniken einsetzen werden.

Hinweise zur Optimierung des Zahnmedizinstudiums an Universitäten

Auf die Frage, was er am bestehenden Curriculum für Zahnmedizinstudent:innen ändern oder umgestalten möchte, wagt Herr Lutz eine vorsichtige Antwort und betont, dass er seine eigene Meinung vertritt. Seiner Meinung nach sollten Zahnmedizinstudent:innen auch etwas über Entscheidungsträger, unternehmerische Fragen und die gesamte Organisation hinter einer Einrichtung lernen. Er möchte, dass Zahnmedizinstudent:innen besser darauf vorbereitet werden, Zahnarztpraxen zu leiten, anstatt nur Zahnmedizin zu praktizieren.

Herr Lutz sagt auch, dass sich die Universitäten auf rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Zahnmedizin konzentrieren sollten, einschließlich Personal-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Es sollte auch Seminare geben, in denen erörtert wird, wie sich Praxen finanzieren und wie man eine Zahnarztpraxis gründet. 

Herr Lutz ist auch der Meinung, dass die Digitalisierung in den Lehrplan aufgenommen werden sollte, da sie ein unglaublich wichtiges und großes Thema in der Zahnmedizin ist. Er sagt, dass die Student:innen nicht viel mit der Digitalisierung zu tun haben, weil sie hauptsächlich mit ihren eigenen Systemen arbeiten. Er ist der Meinung, dass dies nicht spezifisch für seine Universität ist, sondern eher ein größerer Trend, den alle Universitäten bewältigen müssen - wie man mit fortschrittlichen Technologien und der Digitalisierung Schritt halten kann.

Auf die Frage nach seinen Zielen für die Zukunft antwortete Herr Lutz, er wolle sich auf seinen Abschluss konzentrieren und von erfahrenen Zahnärzt:innen lernen. Er ist sich nicht sicher, wie sein zukünftiger Weg aussehen wird, aber er möchte starke Mentorenbeziehungen mit Spezialisten aufbauen und alles lernen, was er kann. Sie können Manuel Lutz auf LinkedIn oder über die Student:innenvertretung der Medizinischen Universität Wien finden. Sie können ihn auch in unserem Zircon Medical-Podcast hören.

Registrieren Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter.
Verpassen Sie keine unserer wöchentlichen Episoden mit führenden ZahnärztInnen.



Wie das Ergebnis der Oralchirurgie verbessert werden kann
Im Gespräch mit Dr. Moritz Boeddinghaus